Betriebsgeschichte

1985: Bescheidene Anfänge
Die Anfänge waren sehr bescheiden - alles beginnt als Lucien Reger, genannt Luss und eigentlich gelernter Elektriker, immer mehr Waschmaschinen, welche durch agressive chemische Waschmittel beschädigt wurden, reparieren muss. Da Naturprodukte ihm schon immer am Herzen lagen, informiert er sich gründlich über das Thema.
Alles nicht so einfach, damals ohne Internet, und so beginnt es mit einem Artikel zum Thema im Magazin Stern, in welchem ein Öko-Ratgeber empfohlen wird. Drei deutsche Biowaschmittel-Hersteller wurden hier vorgestellt, Lucien schreibt die Hersteller allesamt sofort an. Es war Jürgen Hack, der Geschäftsführer der Firma Sodasan, der als erster antwortete.
Kurze Zeit später trifft die erste Lieferung von 300 Kilogramm Biowaschmittel im privaten Zuhause ein. Mit der Einverständnis seines Arbeitgebers, kann Lucien so den geplagten Kunden im Elektroladen eine natürlichere und schonendere Alternative zu den herkömmlichen Waschmitteln anbieten. Mit dem ersten erwirtschafteten Gewinn, wird die nächste Bestellung, diesmal sind es 400 Kilogramm, in Auftrag gegeben. Während zwei Jahren geht dies so weiter, bisher nichts mehr als ein Hobby.

1987: Langsame Entwicklung
Der Wendepunkt kommt mit der ersten Oeko-Foire in Luxemburg-Stadt im Jahre 1987. Da ein eigener Stand noch zu kostspielig ist, tut Luss sich mit seinem Arbeitgeber zusammen. Da der Waschmaschinenhersteller AEG in diesem Jahr auch noch den ersten Öko-Lavamat vorstellte, passte der Zeitpunkt hervorragend. Der große Erfolg und die positive Resonanz während der Messe stimmten zuversichtlich.
Mit dem Besuch der Fachmesse Biofach 1988 in Frankfurt am Main und der Kontaktaufnahme mit weiteren interessanten Herstellern wie Oshadhi und Rhassoul entwickelt sich die Geschäftsidee weiter. Anfang der 1990er Jahre kommt der US-amerikanische Kleidungshersteller Ecosport und später die deutsche Marke Cotton Country mit ins Angebot. Die Produkte wurden im Großhandel an die damals noch vielen unabhängigen Bioläden quer durch das Großherzogtum Luxemburg vertrieben.

1989: Erster Bioladen
Da dies jedoch vorne und hinten noch nicht langte, um davon leben zu können, eröffneten Lucien und seine Ehefrau Eliane, die derzeit noch als Krankenschwester tätig war, 1989 in ihrem Wohnort Dalheim parallel einen Bioladen mit dem Namen Biobuttek Pimpampel. Als die beiden 1990 ihre erste Tochter, Bettie, zur Welt brachten, entschied Lucien sich, seine Vollzeitarbeit als Elektriker aufzugeben, um seine Zeit der Familie zu widmen. Bioladen und Großhandel entwickelten sich ständig weiter, da die gesamte Branche zu der Zeit jedoch noch keine große Beliebtheit kannte, war es schwierig, von dem Geschäft leben zu können. Als 1992 sowie 1995 ihre beiden Söhne, Pit und Tom, zur Welt kamen, entschied sich Eliane ebenfalls, ihre Vollzeitarbeit aufzugeben. Spätestens jetzt gab es kein Zurück mehr: Das entschiedene Paar machte den Handel mit biologischen Produkten fortan zu ihrer Hauptaktivität.

1997: Luxembourg City
Um die damals noch recht unbekannte Bioware an den Mann zu bringen wurden Kataloge gedruckt und verteilt, doch der gewünschte Erfolg blieb leider aus. Der Verkauf auf Wochenmärkten lässt ebenfalls zu wünschen übrig; somit wird schnell klar, dass ein festes Lokal die einzige Möglichkeit ist, die Geschäftsidee voranzubringen. 1997 eröffnet Luss daher zusammen mit seiner Schwester Christiane den Laden Pimpampel Naturkleeder im Bezirk Bonneweg in Luxemburg-Stadt, einem schon damals aktiven Ort für Geschäfte aus dem Bio- und Öko-Bereich.

2006: Vergrößerung
Bis 1998 war gerade einmal ein einziges Bett mit einer einzigen Matratze im Geschäft in der rue Sigismond ausgestellt. Rasch wurde der Wunsch nach mehr Ausstellungsfläche groß, daher wurden 2006 Vergrößerungsarbeiten im Lokal durchgeführt, um mehr Betten und Matratzen ausstellen zu können. Doch auch nach der Vergrößerung wird mehr Platz benötigt, so dass man sich nur kurze Zeit später auf die Suche nach einer neuen Bleibe machte.

2009: Neues Lokal
So wurde 2009 alles in das heutige, deutlich größere Lokal in der rue Auguste Charles in Bonnevoie, nur 100 Meter von den alten Räumlichkeiten entfernt, umgezogen. Der Name Pimpampel, welcher angesichts des Produktangebots irreführend wurde, wurde im gleichen Zug in Naturwelten Bio&Fair geändert. Nicht nur in der Mannschaft wird Wert auf Kontinuität gelegt, sondern auch bei den Geschäftspartnern, welche über die vielen Jahre hinweg nicht selten zu guten persönlichen Freunden geworden sind. Die anfangs kleinen und familiären Strukturen sowie das "exotische" in der Biobranche trugen natürlich dazu bei.

2016: Online-Shop
Lucien gab nie auf und glaubte stets an den Erfolg der Bioprodukte im Textil-, Betten- und Möbelbereich. Seiner Meinung nach steht die Branche jetzt ungefährt dort, wo die Bioernährung sich vor etwa 20 Jahren befand: Das Potential ist also noch längst nicht ausgeschöpft. Diese Ansicht spiegelt sich in der Entscheidung wider, dem Zeitgeist zu folgen und Produkte nun auch online zu verkaufen und zu versenden. Ein zweiter Verkaufsladen wurde 2016 zusammen mit Akabo geöffnet, diese Zusammenarbeit musste jedoch leider im Januar 2018 beendet werden.
Uns stehen noch viele Überraschungen bevor. In der Biobranche sowie auch im Unternehmen selbst. Eines ist sicher, langweilig wird es nie werden. Eine elektrisierende Geschichte!

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