Was heißt Bio & fairer Handel?

Als ökologisch oder biologisch werden Landwirtschaftssysteme bezeichnet, die nachhaltig Rücksicht auf Ökologie und Umweltschutz nehmen und somit den Einfluss des Menschen in die Kreisläufe der Natur verringern.

Bei der Feldwirtschaft wird nicht bloß auf den Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutz- und Düngemittel, sondern auch auf Verarbeitungs-Zusatzstoffe, künstliche Farb- und Konservierungsstoffe und Gentechnik strikt verzichtet. Bei der Tierhaltung wird zudem auf artgerechte Haltung (Freilufthaltung, ausreichend Platz, natürliche Beleuchtung, Stressreduktion, etc.) sowie auf den Verzicht ertragssteigernder Antibiotika oder Hormone verzichtet. Zusätzlich wird meistens nach regionalen, saisonalen und ethischen Kriterien gewirtschaftet. In der Europäischen Union unterliegt die biologische Landwirtschaft gesetzlichen Richtlinien, ein Produkt darf also nur als biologisch bezeichnet werden, wenn diese Richtlinien respektiert wurden. Dies wird von staatlichen sowie unabhängigen, anerkannten Kontrollorganen geprüft und anhand von sogenannten „Bio-Labels“ gekennzeichnet.

Irrtümlicherweise denken die meisten Menschen beim Begriff der biologischen Landwirtschaftnur an Nahrung, dabei bringt die Landwirtschaft längst nicht nur Nahrungsmittel hervor – auch Naturfaser wie Baumwolle, Tierwolle oder Seide gehören dazu. Ebenfalls Lederschuhe, Matratzen, Farben, Kosmetika oder aber Möbel, um nur einige Beispiele zu nennen, können aus biologischer Landwirtschaft stammen. Es ist auch ein weit verbreiteter Fehlglaube, dass biologische Landwirtschaft nur den Umgang mit der Natur oder den Tieren betrifft. Es handelt sich vielmehr um ein ganzheitliches Konzept, in dem auch soziale Kriterien mit einfließen.

Da die meisten biologischen Erzeugnisse am Ende vom Menschen konsumiert werden, bezieht der Begriff „Bio“ sich in diesem Sinne auch auf die Gesundheit des Menschen. Am Ende, ob synthetische Pflanzenschutzmittel auf Obst und Gemüse, Antibiotika in Tierprodukten oder chemische Farbe in Kleidungsstücken – der Kontakt mit all diesen Stoffen geht sicherlich nicht ganz an unserer Gesundheit vorbei. Besonders bei Naturfasern wird die Gefahr durch chemische Farb-, Bleich- oder Waschmittel von den meisten Menschen stark unterschätzt: Kleidungsstücke werden den ganzen Tag über eng an der Haut getragen; die enthaltenen Schadstoffe werden demnach unvermeidbar durch die Poren aufgenommen und gelangen somit in den Körper. Immerhin ist die Haut das größte Organ des Menschen – denken Sie bei der nächsten Shopping-Tour doch einmal daran!

Als Fairer Handel wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte oder Produktbestandteile meist ein von den einzelnen Fair-Trade-Organisationen unterschiedlich bestimmter „Mindestpreis“ bezahlt wird. Damit soll den Produzenten auch bei niedrigeren Marktpreisen ein höheres und verlässlicheres Einkommen als im herkömmlichen Handel ermöglicht werden. Die Höhe eines gerechten Preises ist ein seit Jahrtausenden diskutiertes Thema der Wirtschaftsethik. Dazu wird bei dieser Handelsform außerdem versucht, langfristige „partnerschaftliche“ Beziehungen zwischen Händlern und Erzeugern aufzubauen. In der Produktion sollen außerdem internationale sowie von den Organisationen vorgeschriebene Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Die sehr heterogene Fairhandelsbewegung konzentriert sich hauptsächlich auf Waren, die aus Entwicklungsländern in Industrieländer exportiert werden.

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